Planet Red by Jack Hertz

Jack Hertz kommt offenbar aus der Gegend um San Francisco und komponiert und produziert nach eigener Aussage seit über 30 Jahren elektronische Musik. Da diese Feststellung auf dem Einleger des hier rezensierten, 2016 erschienen Albums zu finden ist, ist Hertz also seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts musikalisch tätig. Tonträger (oder Downloads) veröffentlicht er aber erst (zumindest unter dem Namen Hertz) seit 2010, oft auf seinem eigenen Label Aural Films. Ansonsten sind auch auf seiner Internetpräsenz kaum weitere biographische Informationen zu ihm zu finden. 

"Red Planet" ist zirka Hertz' Album Nummer 45 und er gehört damit zu den vielproduzierenden Elektronikbastlern, die sich im Englischen gerne als Synthesist bezeichnen. Zwei gut gefüllte CDs beinhaltet das Album, die in zwei getrennten Hüllen geliefert werden, aber als Doppelpack anzusehen sind. 

CD1 - "Missions" - beinhaltet die kürzeren und bewegteren Nummern. Mit "Gravitation Waves" geht das Album klassisch-elektronisch los, deutlich angelehnt an die Berliner Schule, wogend, mit großen Klangbögen und getragen von allerlei retrolastigen Sounds, Sequenzermustern und Synthesizerlinien. In diesem Stil ist auch der Rest von "Missions" gehalten (besonders das sich anschließende "Space-Time Crystal"), doch kommen im weiteren Verlauf der CD vermehrt modernere Sounds dazu, angedüsterte, maschinenartige Klänge, sonores Ambientschweben und auch mitunter etwas einfallslose, monotone, bisweilen stumpfsinnig stampfende Rhythmusmuster (in "Interstellar Voyager" oder auch dem gleich anschließenden "Reaching Pluto" z.B.), die aber zum Glück immer weit von technoidem Gewummer entfernt sind. Das abschließende "Dark Matter" bietet dann einen mysteriös und dicht dahin gleitenden modernen Elektronikprog, der allerdings über seine lange Dauer etwas gleichförmig aus den Boxen kommt. 

CD2 - "Atmospheres" - bietet, der Titel deutet es schon an, im Vergleich zum ersten Silberling deutlich freiere und schwebendere Klänge. Rhythmusmuster gibt es keine mehr; es wabern diverse elektronische Sounds durcheinander, eher getragen, voluminös und erhaben, bisweilen düster und leicht industriell angefärbt, oder kosmisch durch den Raum schwebend. Damit begibt sich Hertz hier in angedunkelte Ambientgefilde à la Robert Rich, Jeff Greinke oder Viridian Sun, erzeugt ein farbiges, leicht sperriges und meist mächtiges Gemenge an elektronisch-schwebendem Klang, das zwar wenig anderes bietet, als man es aus diesem Genre sonst so zu hören bekommt, das sich vor den Hervorbringungen der Kollegen aber auch nicht verstecken braucht. 

Letzteres könnte auch als Fazit für "Red Planet" dienen. Irgendetwas Neues oder Anderes gibt es hier nicht zu hören, doch machen Freunde elektronisch-progressiver Musik sicher keinen Fehler, wenn sie sich die Gehörgänge von diesen Tönen durchfluten lassen, so sie denn Lust auf "more of the same" haben.

- Achim Breiling


Google Translated:
 

Jack Hertz comes apparently from the area around San Francisco and composes and produces his own words more than 30 years of electronic music. Since this finding can be found on the depositors of the reviewed here, in 2016 published album, Hertz is so musically active since the mid-80s of the last century. Phonogram (or downloads) but he only published (at least under the name Hertz) since 2010, often on his own label Aural film. Otherwise hardly Additional information are available on its website to find him. 

"Red Planet" is about Hertz 'album number 45 and so he is one of the much-producing electronics hobbyists who like to call themselves Synthesist in English. Two well-filled CD includes the album, which will be delivered in two separate cases, but must be regarded as a double pack. 

CD1 - "Missions" - includes the shorter and more agitated numbers. With "Gravitational Waves" album comes a classic electronic los, strongly influenced by the Berlin School, undulating, with large sound arches and supported by all kinds of retro-heavy sounds, Sequenzermustern and synthesizer lines. In this style, the rest of "Missions" is maintained (especially the subsequent "Space-Time Crystal"), but come later in the CD increasingly more modern sounds to angedüsterte, machine-like sounds, sonorous Ambient hovering and at times somewhat unimaginative, monotone, sometimes dull stomping rhythm pattern (in "Interstellar Voyager" or the same subsequent "Reaching Pluto" for example), but they are still far removed from thankfully technoid Gewummer. The final "Dark Matter" then offers a mysterious and dense gliding modern Elektronikprog who comes however on its long duration somewhat uniformly out of the speakers. 

CD2 - "Atmospheres" - provides the title indicates, this already, compared to the first Silberling significantly freer and float more sounds. Rhythm pattern, there are no more; it waft diverse electronic sounds messed up, rather worn, bulky and exalted, sometimes stained dark and light industrial, or cosmic through space floating. Hertz thus embarks here in angedunkelte Ambientgefilde à la Robert Rich, Jeff Greinke or Viridian Sun, produces a colored, slightly bulky and most powerful mixture of electronically-floating sound, which offers little else, although, as you see it from this genre otherwise to hears that before the productions of colleagues but also does not need to hide. 

The latter could "Red Planet" also serve as a bottom line for. Anything new or else there is not heard, but make friends electronically progressives sure no mistakes when they can flood the ear canals of these tones, so they would like to because "more of the same" have.

- Achim Breiling

Original Review: http://www.babyblaue-seiten.de/album_15691.html

Album Page: https://auralfilms.bandcamp.com/album/planet-red